Eizo FlexScan SX2461W-BK

Da ich von mehreren Usern nach meiner Meinung zum SX2461W gefragt wurde musste ich nun doch mal einen Test im Forum von PRAD schreiben. Der entsprechende Thread befindet sich hier im Forum von PRAD.
Zu meiner Person: Ich bin ein ambitionierter Hobbyfotograf der auch sonst viel am Computer arbeitet. Nach einem 15" und einem 19" CRT habe ich vor rund 6 Jahren meinen ersten TFT gekauft. Den Eizo L365, ein 15" der mich qualititativ wirklich überzeugt hat. Da 1024x768 auf 15" bald zu klein wurden gesellte sich vor 4 Jahren ein iiyama ProLite E481S ( 19" ) dazu. Diese beiden liefen ab diesem Zeitpunkt im Dual-Head-Betrieb. Da 1280x1024 und 1024x768 nicht wirklich gut zusammenpassten war ich lange auf der Suche und landete letztendlich beim Eizo SX2461W da mich der Eizo einfach überzeugt hatte. Der Eizo lief bei mir 14646 Stunden und hatte keinen Einzigen Fehler. Der iiyama musste in den 4 Jahren 3 mal getauscht werden da das Netzteil den Geist aufgegeben hatte. Doch nun zum neuen Eizo.

Bestellt habe ich den SX2451W bei Bender Datentechnik. Da ich bei diesem Wert gerne einwandfreie Ware habe habe ich einen Pixelfehlertest dazubestellt. Leider war der erste TFT nicht fehlerfrei. Zwei grüne Subpixel waren miteinander verbunden und leuchteten erheblich heller. Der Tausch gegen ein nun fehlerfreies Neugerät ging problemlos vonstatten. Zu beachten ist allerdings, dass der Betriebsstundenzähler noch auf 0 stehen muss.

Die Verpackung

Hier gibt es die Übliche von Eizo. Ein üppig dimensionierter Karton mit Styroporecken. In den unteren Ecken stecken die Kabel, oben zwischen den Ecken steckt die Schachtel mit Handbuch und CDs. Der TFT selbst ist in eine Schaumstoffolie eingepackt und das Panel wird durch eine Kartonplatte geschützt. Beim herausheben zerreißt man aber unweigerlich die Folie da der Standfuß keine Transportsicherung hat und somit beim Anheben komplett ausfährt.

Der Lieferumfang

An Kabeln werden ein Netzkabel, ein USB-Kabel, ein DVI-D und ein DVI auf VGA Kabel mitgeliefert. Diese sind alle in schwarz gehalten wodurch sie am schwarzen Gehäuse kaum auffallen. In der Schachtel mit dem Zubehör befindet sich eine Kurzanleitung, Garantieinformation, und zwei CDs. Auf diesen befindet sich das Handbuch, der Treiber, die Steuerungssoftware Screenmanger Pro 2.5.0 und die Software UniColor Pro um den Modus zur Farbenblindheitssimulation zu aktivieren. Außerdem befindet sich noch Zoner PshotoStudio 9 in der Schachtel was ich aber nicht ausprobiert habe.

Der erste Eindruck

Wow. Er ist groß und sehr hell. Das Bild wirkt sehr fein. Beim Suchen nach Pixelfehler mittels einfarbiger Flächen schmerzte es doch in den Augen. Der Hinweis auf dem Karton die Beleuchtung anzupassen ist also mehr als gerechtfertigt. Das Gehäuse wirkt auf den ersten Blick wertig, allerdings sind die Tasten nicht ganz angemessen. Außerdem fällt auf, dass das gesamte Display schief hängt. Zur Drehungseinstellung später mehr.

Das Äußere

Hier gibt es Eizo-üblich wenig besonderes. Das Gehäuse ist schlicht gehalten und gleichmäßig mattschwarz. Der Kunststoff ist von hoher Qualität und hat eine raue Oberfläche. Der Rahmen ist 22mm (seitlich) bzw. 20mm (oben und unten) breit. Das Eizologo ist unten rechts aufgedruckt. Die Typbezeichnung ist hingegen oben rechts nur aufgeklebt. In meinem Fall leider etwas schief. Das Gehäuse an sich ist sauber verarbeitet und hat keinerlei Spalten. Ein Knarzen beim Anfassen ist nicht zu vernehmen. Lediglich bei festem Zupacken kann man einige Laute vernehmen die bei dieser Größe wohl nicht ausbleiben können. Auf der Rückseite sind auch viele Lüftungsschlitze vorhanden die möglicherweise Gewitterfliegen den Weg ins Innere ermöglichen. Da auf der Rückseite leere Ausbuchtungen für Lautsprecher vorhanden sind liegt der Verdacht nahe, dass das Gehäuse mit dem des S2431W identisch ist.
Der Säulenstandfuß entspricht dem des S2431W der von Prad getestet wurde. Allerdings liegt hier die Kunststoffverkleidung sauber auf und lässt sich auch nicht bewegen. Der Fuß bietet eine stufenlose Höhenverstellung und eine Kippfunktion. Außerdem kann das Display unabhängig vom Fuß nach rechts und links geschwenkt werden und in die Pivotstellung gedreht werden. Hier gibt es allerdings keinen Anschlag was zur Folge hat, dass das Display nach dem Drehen generell schief hängt. Die Bedienung ist durchweg recht stramm. Nach einiger Zeit lassen sich alle Gelenke gut bewegen. Sie bieten aber dennoch genug Widerstand um sich nicht selbst oder durch leichte Stöße zu verstellen. Auf der Rückseite ist eine Kabelführung integriert die Problemlos zwei Signalkabel, Netzkabel und USB-Kabel aufnimmt. Auch hier sollte man alle Kabel auf der linken Seite des Fußes vorbeiführen wenn man die Pivotfunktion nutzen will. Ersetzt werden kann der Fuß durch jede Halterung mit VESA-Aufnahme. Geräusche kann ich kaum vernehmen. Das Rauschen der Festplatte meines Notebooks in einem halben Meter Entfernung ist lauter als das Brummen des Netzteils welches man nur erahnen kann. In dieser Hinsicht bin ich sehr empfindlich. Hier kann ich aber mit gutem Gewissen sagen, dass man ihn nicht hört.

Die Anschlüsse

Hier werden neben Kaltgerätebuchse und Kensingtonaufnahme auf der rechten Seite zwei DVI-I (analog und digital) und ein USB-Hub mit einem Uplink und zwei Ports auf der linken Seite geboten.
Der Hub funktioniert wie ein Standardhub. Für die Steuerung der Monitoreinstellungen über USB ist der Screenmanger Pro erforderlich.

Die Bedienung

Die Einstellungen können wie bei jedem neueren Eizo per USB und am Monitor selbst vorgenommen werden.
Am Monitor sind dazu 10 leicht versenkte Kunststofftasten vorhanden. Diese haben einen ordentlichen Druckpunkt und lassen sich gut erfühlen. Dies ist durch die graue Bedrucken aber auch erforderlich. Die Tasten selbst sind aus einem etwas dunklerem Kunststoff und glatt. Dies passt nicht ganz zum sonst so hochwertigen Gehäuse. Ohne ausreichende Beleuchtung im Zimmer ist die Beschriftung nicht zu erkennen. Nach kurzer Zeit hat man aller die wichtigsten Tastenpositionen gelernt und kann diese ertasten. Im einzelnen handelt es sich hierbei um folgende Tasten (von rechts nach links):
Netztaster
Navigationstasten in alle vier Richtungen
Bestätigen-Taste: Öffnet das OSD sowie Untergruppen und bestätigt eine Eingabe.
A-Taste: Startet nach zweimaligem Drücken die automatische Anpassung bei analoger Signaleinspeisung.
M-Taste: Schaltet zwischen den einzelnen Bildmodi um.
S-Taste: Schaltet zwischen den beiden Signaleingängen um. Funktioniert auch im Standby. Liegt ein Signal am anderen Eingang an schaltet der Monitor sich beim Drücken ein.
Schloss-Taste: Hält man diese 2s gedrückt leuchtet die Power-LED kurz orange und alle Tasten mit Ausnahme des Netztasters sind deaktiviert. Entsperrt werden die Tasten auf gleiche Weise.
Rechts vom Netztaster befindet sich die Power-LED die im Betrieb blau und im Standby orange leuchtet. Ist der Monitor mittels des Netztasters abgeschaltet leuchtet diese garnicht. Im OSD kann die LED komplett deaktiviert werden.
Links neben den Bedienelementen befindet sich noch das Fenster des Helligkeitssensors.
Mit dem Screenmanger Pro können folgende Aktionen vom Computer aus durchgeführt werden:
automatische Wahl eines Profils in Abhängigkeit von aktiven Programmen. Aktiviert auch den WindowMovie Mode.
Anpassung der Farbparameter
automatische und manuelle Anpassung bei analogem Anschluss
belegen der Monitortasten mit Hotkeys
Timergesteuertes Ein- und Ausschalten
Soundeinstellungen (hier inaktiv)

Das OSD

Hier gibt es wenig Besonderes zu entdecken. Es ist nahezu identisch mit dem auf meinem 6 Jahre alten L365. Insgesamt wird es sehr kompakt und schlicht gehalten. Nach einiger Zeit hat man die Bedienung verinnerlicht und kann die Einstellungen schnell anpassen.
Die Einstellungen selbst sind recht umfangreich:
Bildparameter: manuelle Einstellungen bei analogem Anschluss
Farbe: Hier lassen sich Farbparameter wie Helligkeit, Farbtemperatur, Gamma, Sättigung, Farbton, Gain-Einstellung (Anpassung der drei RGB-Werte) und 6 Farben (Anpassen der Farbwerte über Rot, Yellow (der einzige Übersetzungsfehler), Grün, Cyan, Blau, Magenta) für jeden Bildmodi getrennt einstellen.
PowerManger: Je nach Signalquelle kann das unterstützte Powermanagement deaktiviert werden.
Andere Funktion: Bildgröße (Wahl der Interpolation), Signalpriorität (einer der Eingänge oder manuell), Abschaltfunktion (Abschalten nach einer bestimmten Zeit), Signalton (Abschalten des Tastentons), Menü Einstellung (Größe, Position, Zeit, Transparenz, Ausrichtung), BrightRegulator (Aktiviert den Umgebungslichtsensor), Netzkontroll-LED (Abschalten der LED)
Information: Zeigt Auflösung, Horizontal- und Vertikalfrequenz sowie Seriennummer und Nutzungsdauer.
Sprache
Außerdem werden Änderungen des Signaleingangs in grüner (digital) bzw. blauer (analog) Schrift groß oben rechts angezeigt. Eine Änderung des Modus wird in grün unten links angezeigt.

Bildqualität

Da der SX2461 laut Datenblatt auf ein PVA-Panel setzt verwundert die gute Blickwinkelstabilität kaum. Allerdings kann man hier auch einen schwachen Kristall-Effekt beobachten der mich nicht weiter stört. Störender empfinde ich die Tatsache, dass das Panel etwas empfindliche für frontalen Lichteinfall ist. So äußert sich ein im Hintergrund stehender LCD-TV als heller Fleck bei dunklen Bildern. Beim Kontrast gibt es meinerseits nichts Auszusetzen. Einen dynamischen Kontrast vermisse ich nicht.
Die Hintergrundbeleuchtung ist wie anfangs erwähnt sehr hell. Mit einem Spyder 2 habe ich sie auf rund 120cd/m² heruntergeregelt was deutlich angenehmer ist. Im Menü steht die Beleuchtung nun auf 34%. Zusätzlich habe ich den Helligkeitssensor aktiviert der die Beleuchtung sehr dezent aber effektiv nachregelt. Ein Betrieb im lichtdurchfluteten Raum als auch bei absoluter Dunkelheit wird somit angenehm. Die Helligkeitsverteilung ist sehr gleichmäßig. Einstrahlungen der Röhren am Rand sind nicht zu vernehmen. Allerdings erscheint es mir so als wäre die untere und obere linke Ecke minimal heller.
Analog angeschlossen ist das Bild nach automatischer Anpassung ebenfalls gut. An meinem Notebook habe ich allerdings leichte Geisterbilder. Ich gehe davon aus, dass diese durch den vergleichsweise schlechten VGA-Ausgang bedingt sind.
Der erweiterte Farbraum bringt im direkten Vergleich zu meinem L365 doch ein schöneres Bild. Bedingt durch die kleine Pixelgröße bei der maximalen Auflösung von 1920x1200 ist das Bild sehr fein gezeichnet. Wie dies bei 27" aussehen würde kann ich nicht sagen. Allerdings ist davon auszugehen, dass die einzelnen Abstufungen doch bei normalem Abstand minimal zu erkennen sind was bei 24" nicht der Fall ist.

Kalibrierung

Zur Kalibrierung steht mir nur ein Spyder 2 zur Verfügung. Regelt man die RGB-Werte nach den Vorgaben den Software erhält man ein sehr gutes Ergebnis. Die Daten auf Seite der Grafikkarte müssen nur unbedeutend angepasst werden. Auch auf Seite des Monitors müssen die Werte nur wenig angepasst werden.
Da die Einstellungen für jeden Eingang und Modus getrennt gespeichert werden ist es kein Problem den Monitor auf zwei Computer richtig einzurichten.
Die genaue Vermessung des Monitors überlasse ich aber Prad, da ich nicht denke dass mein Spyder dazu genau genug ist und ich das entsprechende Fachwissen dazu besitze.

Interpolation

Der Interpolationsalgorithmus scheint gut zu arbeiten. Geringe Unschärfen sind aber nicht zu vermeiden. Das optimale Bild wird nur bei Auflösungen ohne Interpolation erreicht.

Reaktionsverhalten

Da ich nur sehr wenig spiele kann ich hierzu auch nur wenig sagen. Im Normalbetrieb sind keine Verzögerungen festzustellen. Für den Gelegenheitsspieler sollte es keine Einschränkungen geben. Hardcore-Spieler werden sicher mit der Reaktionszeit des PVA-Panel nicht zurecht kommen. In diesem Fall ist vermutlich ein günstigeres TN-Panel empfehlenswert.

Video

Auch im Videobetrieb kann er SX2461 überzeugen. Das Bild ist sehr gut und zeigt die volle Qualität des Ausgangsmaterial. HD-Trailer bringen dann das wahre Können zum Vorschein. Durch die Full-HD-Auflösung und HDCP dürfte auch in Zukunft Heimkino im kleinen Kreis einige Freude bereiten.
Der WindowMovie zeigt ein Videobild während der Rest des Monitors leicht abgedunkelt ist. Insbesondere bei Tätigkeiten die man neben dem Film ausführt kann dies eine nette Funktion sein. Um sie zu aktivieren muss der ScreenManger laufen.
Im Vollbildmodus sollte man noch anmerken, dass die allgegenwärtigen schwarzen Balken kaum wahrgenommen werden da sie doch sehr schwarz sind.

Fazit

Gewiss ist der Preis doch extrem hoch, doch in meinen Augen lohnt er sich. Insbesondere die gute Farbdarstellung ist für einen Fotografen essenziell. Die Videofähigkeiten beschränken seinen Einsatzbereich nicht auf einen reinen Arbeitsplatz.
24" sind für meine Bedürfnisse mehr als ausreichend. Für ein noch größeres Panel habe ich schlichtweg keinen Platz. Die feine Auflösung lässt das Bild auch sehr scharf wirken, was bei einer größeren Diagonale wohl nichtmehr der Fall wäre.
Die schwarze Gehäusefarbe habe ich eigentlich primär gewählt, da sie besser zur restlichen technischen Ausrüstung passt. Der Ergonimsche Aspekt war mir nicht übermäßig bewusst. Inzwischen muss ich allerdings sagen, dass es sich mit einem dunklen Rahmen doch etwas angenehmer arbeitet. Gewiss hat bei der Kaufentscheidung ein bisschen das Streben nach hoher Markenqualität mitgespielt. In diesem Fall wurden die Erwartungen aber erfüllt. Die Qualität ist in allen Bereichen mehr als gut. Das Äußere greift sich noch immer genauso wie an meinem L365 und ist kein Vergleich zu dem iiyama oder heutigen Monitoren von Acer oder Anderen.
Ich würde ihn wohl wieder kaufen.



Sollte jemand weitere Fragen haben oder möchte gerne bestimmte Bilder sehen kann ich sicherlich weiterhelfen. Dazu stehe ich gerne per Mail oder im Forum von PRAD zur Verfügung.

Anmerken möchte ich noch, dass diese Eindrücke natürlich nur subjektiv sind und ich nicht garantieren kann, dass alle Informationen richtig sind.